Nationalpark-Wanderungen mit dem ÖPNV

Es war die erste Vortragsveranstaltung im neu eingerichteten Infopoint des Fördervereins Go-Vit e.V.. Der Vortrag von Klaus Kreuzer, Natur- und Landschaftsführer und Kenner des Bayer- und Böhmerwaldes, fand großes Interesse. Der Vereinsvorsitzende Dr. Wolfgang Schlüter konteca 40 Zuhörer in dem voll besetzten Raum des Viechtacher Bahnhofs begrüßen – und gleichzeitig Richard Enzmann, den „Infopoint – Projektmanager“ vorstellen.

Klaus Kreuzer, ein exzellenter Kenner des Bayer- und Böhmerwaldes beschrieb in Anbetracht der Vortragszeit von ca. 90 Minuten gleich zu Beginn sein Problem: „Was lass ich weg?“ – denn das grüne Dach Europas, wie die Region auch bezeichnet wird, ist ein europäisches Wanderparadies. Es bietet eine Fülle traumhafter Wandermöglichkeiten mit lohnenswerten Zielen. So nahm Kreuzer seine Zuhörer auf eine Auswahl seiner Wanderungen durch den Bayer- und Böhmerwald mit. „Ohne Arber geht es nicht“ , er begann von der Rundtour Bodenmais – Arber – Bodenmais zu schwärmen, die über das Mittagsplatzl – ein idealer Pausenplatz mit einer besonderen Aussicht auf den großen Arbersee führt.

Mit vielen beeindruckenden Landschaftsaufnahmen von seinen Touren durch das Grenzgebiet auf bayerischer und tschechischer Seite, entlang der Flüsse Regen, Ilz und Moldau, durch die Schachten, entlang der Grenze, zu den Bergseen (Arbersee, kleiner Arbersee, Teufelssee, Schwarzer See, Stubenbachersee, u.a.) und auch zu markanten Aussichtspunkten und Kulturstädten zeigte er die Besonderheiten der Region. Auf seiner Homepage www.nb-tours.de stellt er seine Touren, die er für kleine Gruppen anbietet, vor. Auf geeignete und gute Anfahrmöglichkeiten mit der Waldbahn und der tschechischen Bahn ab Bayerisch Eisenstein sowie den Bussen und den Igelbussen machte Kreuzer aufmerksam. Der Arber ist mit der Gondelbahn und dem gläsernen Aufzug bis zum Gipfel barrierefrei erreichbar.
Auch die Schönheit der Fauna und Flora kam nicht zu kurz, denn „einem Wanderer erschließen sich kleine besondere Begegnungen“. Das sind Begegnungen mit Insekten und Schmetterlingen, mit Eidechsen, Feuersalamandern oder auch mit Kreuzottern. Von seinen Winterwanderungen zeigte Kreuzer beeindruckende Bilder – nicht nur verschneite Landschaftsimpressionen, sondern auch bizarre Formen und fantastische Gestalten, die an Tiere oder Hexen erinnern. Außergewöhnliche Steinformationen, wie der Steinpilz, begleiten den Wanderer am Bärensteig, wo der letzte Bär 1856 erlegt wurde.

Geschichtliche und kulturelle Besonderheiten wurden erwähnt. Die besondere Stellung der Freibauern im Kühnischen Gebirge und der prägenden Einfluss der bayerisch-böhmischen Region auf die bedeutenden Dichter Adalbert Stifter und Karel Klostermann. Ganz besonders am Herzen lag ihm der Grenzer Frantisek Zaratka, der einigen Menschen zu Flucht beim 16. Grenzstein verholfen hat und dafür mit 20 Jahren Haft bestraft wurde.
Mit seinem Vortrag ist es Klaus Kreuzer gelungen, seine Begeisterung für „Bayern und Böhmen“ auf die Zuhörer zu übertragen. Nach einer interessanten Diskussion war klar, dass Go-Vit den Referenten wieder einladen wird, sowie mit ihm auch interessante Touren anbieten wird.

Der „Go-Vit – Infopoint“ ist ab sofort (2. November) eine Anlaufstelle für Bürger und Feriengäste bei Fragen zum Öffentlichen Personen Verkehr und für Ausflüge in der Region. Es ist ein LEADER-Projekt, gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfond für Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Das Büro ist werktags von 9:00 bis 15:00 Uhr geöffnet. Zur offiziellen Eröffnung wird gemeinsam mit der Stadt nach der Fertigstellung des Busbahnhofs eingeladen.

 

Bild: Blick vom Mittagsplatzl auf den großen Arbersee (Quelle: Kreuzer)

Bild: „Steinpilz“ im Böhmerwald-Stonehenge am Bärenpfad (Quelle: Kreuzer)